Der Burnout / Das Burnout-Syndrom

"Als Entdeckungszusammenhang gelten die Beobachtungen des amerikanischen Psychoanalytikers Herbert Freudenberger, die dieser im Laufe seiner ehrenamtlichen Tätigkeit in einer Free Clinic machte und 1974 unter dem Titel Staff Burn-Out veröffentlichte. Der Begriff Burnout tauchte wiederholt in den 1970er Jahren in den Vereinigten Staaten in der Öffentlichkeit im Zusammenhang mit Pflegeberufen auf. Populär war er bereits 1960 durch den Roman von Graham Greene mit dem Titel A Burnt-Out Case geworden. Erste wissenschaftliche Artikel zu diesem Thema neben dem Aufsatz von Freudenberger erschienen ab 1976 bspw. von der Sozialpsychologin Christina Maslach (University of California, Berkeley). In diesen grundlegenden Arbeiten wird das Burnout-Syndrom als Reaktion auf chronische Stressoren im Beruf beschrieben.

Viele Psychiater halten das Burnout-Syndrom hingegen für eine Modediagnose, die als Grundlage zahlreicher Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen ein gesundheitsökonomischer Faktor geworden sei und die Diagnose einer Depression behindern könne."

 

Soweit die Einleitung der Burnout-Erklärung von Wikipedia.

Und was ist jetzt ein Burnout?

Burnout ist, wenn nichts mehr geht!

In der heutigen Leistungsgesellschaft neigen viele Berufstätige zur Selbstausbeutung: durch Smartphone oder Laptop ständig erreichbar, Informationen in immer kürzeren Abständen und dabei noch ständig unterwegs – die Grenzen zwischen Freizeit und Beruf verschwimmen. Besonders anfällig sind die besonders sensiblen und einfühlsamen Menschen, die sich alles zu Herzen nehmen.   Siehe: Hochsensibilität.

Der klassische Betroffene ist nicht faul oder hat ganz plötzlich keine Lust mehr, irgendetwas zu tun. Er kann einfach nicht mehr! Er wirkt zunehmend müde und gereizt. Seine direkten Mitmenschen reagieren in der Regel mit Unverständnis und dummen Sprüchen. Seine Erschöpfung will er selbst nicht sehen und versucht krampfhaft, so zu sein wie vorher. Doch je mehr er sich müht, desto tiefer empfindet er seine Erschöpfung. Er fühlt sich leer und ausgebrannt (daher der Begriff Burnout).

Diese Erschöpfung resultiert aus einer über lange Zeit andauernden übermäßigen emotionalen oder physischen Anstrengung oder auch Anspannung. Die Betroffenen fühlen sich schwach, kraftlos, müde und matt. Sie leiden unter Antriebsschwäche und sind leicht reizbar.

 

Der ganz normale Alltag wird zur Qual

Der Partner drängelt: "Du wolltest doch dies gemacht haben!" oder "Du könntest ja auch endlich mal das machen!" und scheint so überhaupt kein Verständnis dafür zu haben, dass eigentlich alles zu viel ist. Die Kinder fordern: "Du musst mich heute Nachmittag zum Fußball bringen!" oder "Papa hat gesagt, dass du mich zum Ballett bringen sollst!" Der Hund muss noch raus, im Keller ist eine Lampe defekt, der Chef ruft an, am Wochenende ist die Geburtstagsfeier von Mutter. "Denkst du daran, auf dem Rückweg die Getränke mitzubringen?" "Hast du Tante Inge angerufen?"  "Ich muss los! War gestern schon zu spät!" Irgendwann raucht der Kopf!

Wer es nicht schafft, sich dem Dauerstress zwischendurch gezielt zu entziehen und sich Freiräume zu schaffen, ist gefährdet, irgendwann völlig zusammenzubrechen. Im Endstadium von Burnout können Betroffene schließlich keine Leistung mehr erbringen, auch wenn sie es eigentlich wollen. Als Reaktion auf die Überlastung stellen die Betroffenen häufig eine Distanz zwischen sich selbst und ihren Mitmenschen her. Dies äußert sich in einer zunehmenden Gleichgültigkeit (Ihr könnt mich alle mal!) und teilweise zynischen Einstellung diesen gegenüber ( Ihr seid ja alle sooo toll! ). Die Arbeit und der Alltag werden zur unpersönlichen Routine.

 

Erleben von Misserfolg

Die Betroffenen haben häufig das Gefühl, dass sie trotz Überlastung nicht viel erreichen oder bewirken. Es mangelt an den Erlebnissen des Erfolges. Weil die Anforderungen quantitativ und qualitativ steigen und sich ständig verändern, erscheint die eigene Leistung im Vergleich zu den wachsenden Anforderungen gering. Dieses Ungleichgewicht zwischen Anforderungen und Leistungen nimmt der Betroffene als persönliche Unzulänglichkeit wahr. Darunter leidet der Glaube an den Sinn der eigenen Tätigkeit und manchmal auch des Lebens.

Die verschiedenen Phasen des Burnout-Syndroms

Als erstes sei hier der Drang sich selbst und anderen Personen etwas beweisen zu wollen genannt, verbunden mit extremen Leistungsstreben (1000%igkeit), um besonders hohe Erwartungen erfüllen zu können. Dies führt zwangsläufig zur Vernachlässigung persönlicher Bedürfnisse und sozialer Kontakte.

 

Die nächste Phase führt in das Überspielen oder Übergehen innerer Probleme und Konflikte, verbunden mit  Zweifeln am eigenen Wertesystem, sowie an ehemals wichtigen Dingen wie Hobbys und Freunden. Daraufhin angesprochen verleugnen viele Betroffene die entstehenden Probleme. Gleichzeitig empfinden sie ein Absinken der eigenen Toleranzgrenze. Dies führt in der Regel zum persönlichen Rückzug und Vermeidung sozialer Kontakte bis auf ein Minimum. Alles wird zu viel.

 

Die Mitmenschen registrieren offensichtliche Verhaltensveränderungen und ziehen sich manchmal irritiert zurück. Es ensteht ein fortschreitendes Gefühl der Wertlosigkeit, zunehmende Ängstlichkeit, und Kontaktverlust zu sich selbst und zu anderen Personen. Das Leben verläuft zunehmend funktional und mechanisch. Das Gefühl des "Hamsterrades" entsteht.

 

In diesem Stadium empfinden Betroffene eine innere Leere und unternehmen verzweifelte Versuche, diese Gefühle durch Überreaktionen zu überspielen wie beispielsweise durch Sexualität, Essgewohnheiten, Alkohol und andere Drogen. Da dies natürlich nicht dauerhaften Erfolg haben kann, kann eine erste depressive Phase eintreten, die sich mit Symptomen wie Gleichgültigkeit, Hoffnungslosigkeit und Perspektivlosigkeit äußert.

 

Die letzte Phase sollte zwingend alarmieren, denn erste Gedanken an Suizid, als Ausweg aus dieser Situation und die akute Gefahr eines psychischen und physischen Zusammenbruchs sind unbedingt ernst zu nehmen!

Die innere Kündigung beginnt

 

Burnout entsteht über einen langen Zeitraum, häufig schleichend und vom Betroffenen selbst kaum bemerkt. Zunächst zeigt sich die Erschöpfung noch vergleichsweise harmlos: Betroffene bekommen Schlafstörungen, Schmerzen oder sogar einen Tinnitus. Die Überlastung wird jedoch oft verleugnet, körperliche Erschöpfung mit Kaffee beseitigt und Schlafprobleme mit Tabletten behandelt.

Mit der Zeit wird die Erschöpfung deutlicher. Betroffene ziehen sich von Freunden und der Familie zurück, stürzen sich weiter in die Arbeit, ohne dabei sinnvolle Ergebnisse zu erzielen, haben Konzentrationsprobleme und sind leichter reizbar. Einfache Routinearbeiten können häufig nur noch mit Mühe bewältigt werden.

Erst wenn sich die Phase der vollkommenen Erschöpfung über einen längeren Zeitraum hinzieht, spricht man von Burnout: Der innere Rückzug setzt ein. Damit verbunden ist Gleichgültigkeit, bis hin zur Ohnmacht gegenüber den täglichen Aufgaben.

Um ein Burnout-Syndrom zu behandeln, muss es zunächst erkannt werden. Das ist oft schwierig, weil die Symptome unspezifisch und nicht direkt zuzuordnen sind. Der Betroffene braucht aber professionelle Hilfe, denn alleine kann sich kaum jemand aus dem Erschöpfungszustand befreien. Ist das Problem erkannt, müssen die Patienten lernen, wieder auf sich und ihren Körper zu hören, Grenzen zu setzen und nicht mehr ständig erreichbar zu sein.

Ungleichgewicht zwischen Leistung und Anerkennung

Empfindungen wie:

  • „Ich habe permanenten Zeitdruck.“

  • „Ich trage viel Verantwortung.“

  • „Ich werde bei der Arbeit häufig gestört.“

  • „Ich werde oft unfair behandelt.“

  • "Meine Familie ist anstrengend!"

  • „Meine berufliche Zukunft ist unsicher.“

  • „In den letzten Jahren wurde meine Aufgabe immer anspruchsvoller.“

  • „Ich werde von meinen Vorgesetzten nicht mit dem nötigen Respekt behandelt.“

  • "Die Kinder werden immer nerviger und immer lauter."

  • „Bei Schwierigkeiten bekomme ich keine adäquate Unterstützung.“

  • "Ich habe Angst, irgendwann zu versagen."

führen schleichend in eine Sinnkrise und oft in eine massive Lebenskrise, aus der der Betroffene selbst keinen Ausweg mehr findet.

Gibt es denn einen Ausweg?

Und was macht eigentlich ein Burnout-Berater? Gemeinsam mit Ihnen finden wir Wege, wie Sie sich aus dem Hamsterrad befreien können. Sie können Möglichkeiten erlernen, Ihre Resilienz zu stärken und somit mit den ganz normalen Lebensbelastungen besser umzugehen.

 

Mehr dazu lesen Sie hier.

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