Was ist das, Hochsensibilität?

Der Begriff „hochsensible Person“ (kurz: HSP) wurde 1996 von der amerikanischen Psychologin Elaine Aron geprägt. Ihr fiel auf, dass etwa 15-20% ihrer Patienten sehr sensitive Merkmale aufzeigten. Dazu gehörte ein intensives inneres Erleben, starke körperliche Reaktionen auf psychische Probleme, erhöhte Reizempfindlichkeit und vieles mehr.

Hochsensibilität ist eine Veranlagung, ein fest verankertes, unabänderliches Persönlichkeitsmerkmal (wie blaue Augen oder rote Haare), das gleichermaßen Männer und Frauen betrifft. Sie wird nicht erworben, sondern nach heutigem Wissensstand vererbt. Hochsensibilität äußert sich von Geburt an und kann nicht willentlich geändert werden.
Forschungen haben gezeigt, dass bereits Babys unterschiedlich auf Reize reagieren. Etwa 15-20% aller Säuglinge verarbeiten Außenreize intensiver als die anderen ca 85%. Diese 15-20% hochsensiblen Babys haben weniger Schutz vor dem, was an sie herankommt. Ihr Gehirn ist wachsamer, rascher angeregt und häufiger alarmiert. Schon im Babyalter müsse Hochsensible daher besonders viele Informationen ordnen, verstehen und sie in ein Ganzes einbauen. Aus diesem Grund reagieren HSPs jeden Alters empfindlich auf Situationen, in denen mehrere Dinge gleichzeitig auf sie einströmen.

Entgegen mancher Vorurteile sind HSPs nicht weniger aufnahmefähig als Nicht-HSPs, sondern sie nehmen im gleichen Zeiraum mehr Informationen auf und verarbeiten diese auch gründlicher. Dadurch kann für den Nicht-HSP der Eindruck entstehen, eine hochsensible Person könne weniger ertragen, nur weil diese zu einem früheren Zeitpunkt reizüberflutet ist, als die Nicht-HSP. Auch eine Nicht-HSP kommt irgendwann an den gleichen Punkt - nur eben später. Genau diese Eigenart wird Hochsensiblen in der heutigen Zeit oft als Schwäche ausgelegt.

 

Die Tendenz zur Überstimulation, mit allen körperlichen und psychologischen Symptomen, ist wohl die allgemeingültigste Gemeinsamkeit aller HSP´s.
Die Symptome können Beschleunigung des Herzschlags und Atemrhythmus sein, „aufgerissene Augen“ und erweiterte Pupillen, Verspannungen von Schultern und HWS, sowie des Kehlkopfes, rasche Augenbewegungen, rote Flecken im Gesicht, andauerndes unbewusstes "Beißen", um nur einige zu nennen. All diese Symptome treten häufig ohne erkennbare Ursache auf.

Oft kommt noch das Gefühl hinzu, „nicht in Ordnung“ oder „falsch" zu sein. Das führt oft dazu, dass HSPs medikamentös oder psychotherapeutisch auf „Angstzustände“ oder „Panikattacken“ behandelt werden. Dies ist meist kontraproduktiv, da sich das Muster noch bestärkt, etwas sei nicht in Ordnung.

HSPs beobachten alles ganz genau und nehmen Feinheiten wahr, die ein Nicht-HSP gar nicht mitbekommt. Dabei spielt genaueste Differenzierung der Dinge eine große Rolle.

Die Lauten und die Leisen

 

Etwa jeder Fünfte der Bevölkerung gilt als HSP, doch unseren Alltag bestimmen vor allem die Lauten. Zu Unrecht, sagen Psychologen und Ökonomen. Denn die Stärken der Stillen sind für die Gesellschaft unverzichtbar.

In unserer Zeit ist der Idealmensch gesellig, risikofreudig, ein Alphatier. Er arbeitet perfekt im Team, ist gesellig und hat ein großes gesellschaftliches Netzwerk. Sollte es mal einen ruhigeren Moment zwischendurch geben, nutzt er diesen, um irgendetwas zu posten. Hauptsache, nicht allein sein. Hauptsache dabei!

Eltern machen sich Gedanken, wenn sie den Eindruck haben, dass ihre Kinder zu wenig lautstark und durchsetzungsfähig sind. Wer in sich gekehrt ist, ruhebedürftig oder gar scheu, der wird es, so fürchten sie, schwer haben im Leben. Und das stimmt wahrscheinlich sogar!

Es gibt Unterschiede im Gehirn

 

Unterschiede zwischen HSP und Nicht-HSP zeigen sich schon in der Hirnphysiologie. So haben Wissenschaftler die Hirnströme von Menschen analysiert, die sich zuvor Persönlichkeitstests unterzogen hatten. Im Gehirn vieler hochsensibler Probanden wurde dabei eine höhere elektrische Aktivität nachgewiesen, egal ob sie arbeiteten oder sich ausruhten.

 

HSP, so die Entdeckung, sind häufig auch dann neuronal stimuliert, wenn sie keine Reize von außen empfangen. Wegen dieser von Natur aus höheren Gehirnaktivität haben die Stillen offenbar ein stärkeres Bedürfnis, sich gegen Reizüberflutung abzuschirmen.

Diese Forschung geht vor allem auf Erkenntnisse des Psychologen Jerome Kagan zurück. An der Harvard University führte er eine Reihe von Experimenten an rund 500 Säuglingen im Alter von vier Monaten durch. Er konfrontierte die Babys mit zerplatzenden Luftballons, bunten Mobiles oder mit Alkohol betupften Wattestäbchen.

20 Prozent der Säuglinge reagierten besonders empfindlich auf die für sie neuen, ungewohnten Situationen. Sie weinten, ruderten mit Ärmchen und Beinchen, drückten angespannt den Rücken durch. 40 Prozent reagierten gelassen, der Rest der Babys bewegte sich zwischen diesen beiden Extremen.

Als der Psychologe seine Probanden nach etlichen Jahren wieder ins Labor bat und mit ihnen Tests absolvierte, machte er eine auffällige Entdeckung: Wer als Kind heftig auf Reize reagiert hatte, war als Erwachsener ein eher leiser und empfindsamer Charakter.

Die Sehnsucht nach Ruhe

 

Um sich wohl zu fühlen, um neue Kraft zu tanken und vor allem die zuvor empfangenen Reize zu verarbeiten, brauchen HSP immer wieder Ruhephasen – möglichst Stille.

Bei der Vielzahl der Nicht-HSP ist es manchmal genau umgekehrt: Um einen optimalen neuronalen Erregungszustand zu erreichen, brauchen sie Anregungen von außen, Musik, Gespräche, Bewegung.

 

Das Ausmaß an Reizen, die Nicht-HSP angenehm empfinden, kann HSPs völlig überwältigen. Experimente an Studenten durch den Psychologieprofessor Colin DeYoung von der University of Minnesota haben gezeigt: HSP lernten am besten in ruhiger Umgebung. Normalsensible konzentrieren sich besser, wenn es lauter ist.

 

Die Wirklichkeit läuft hingegen nicht unter Wunschbedingungen ab. In ihrem Arbeitsalltag können die wenigsten Angestellten einfach die Tür hinter sich zuziehen, wenn ihnen danach ist. Fast jeder hat Chefs, Kollegen und Kunden, mit denen er umgehen muss. Und die Zusammenarbeit zwischen Lauten und Leisen gestaltet sich häufig schwierig.

 

Wir leben in einem Zeitalter der Maulhelden. Der Spruch: „Nur die Harten kommen in den Garten!“ hat inzwischen wahrhaftige Gewissheit erlangt.

Viele HSPs sind sog. "Scannertypen". Ihre Wahrnehmung ist deutlich schärfer und umfangreicher. Sie bekommen alles mit - viel mehr, als ihnen lieb ist.

Dies führt zu einer erheblich höheren Belastung. Da die Information das Gehirn ungefiltert treffen, führt ihre Verarbeitung häufig zu Überstimulation.

Andauernde Überstimulation führt unweigerlich in die Stressfalle!

Kindergeburtstage sind toll! Für HSPs jedoch führen sie manchmal zu völliger Überforderung durch Reizüberflutung.

Das Gefühl, am Arbeitsplatz nicht mehr zu funktionieren, führt zu Gewissensbissen, zu einem abnehmenden Selbstwertgefühl ...

... und machmal auch in den Burnout.

 

Erkennen Sie sich wieder?

Das ist kein Grund, sich zu ängstigen oder gar zu schämen!

 

Belastet Sie diese Erkenntnis?

Eine einfühlsame Beratung in entspannter Atmosphäre kann Ihnen helfen.

 

Sie sind sich nicht sicher?

Es gibt einige aussagekräftige Tests, mit denen man das herausfinden kann.

 

Kann man Hochsensibilität heilen?

Nein! Denn nur eine Krankheit ist heilbar. Hochsensibilität ist keine Krankheit. Aber es gibt Wege, die ich Ihnen aufzeigen kann, wie Sie mit einer eventuellen Hochsensibilität besser umgehen können.

Wichtig zu realisieren:

HSP ist keine Krankheit, sondern ein Persönlichkeitsmerkmal!

 

HSP ist auch kein Makel oder eine schwere Last, die man durch sein Leben trägt. HSP kann auch ein große Chance für die Betroffenen bedeuten! In der Geschichte gab es zahlreiche HSPs, die zu Weltruhm gelangten. Wolfgang Amadeus Mozart, Albert Einstein, Robin Williams oder Lady Di sind nur einige Beispiele. In vielen wissenschaftlichen und sozialen Bereichen, arbeiten hochsensible Menschen! Sie betätigen sich als Mediatoren oder als Seelsorger. Die meisten Ehrenamtler sind vermutlich hochsensibel! Ohne sie wäre unsere Gesellschaft noch kälter, herzloser und egoistischer, als sie ohnehin bereits ist.

 

Scheuen Sie sich nicht, mit mir Kontakt aufzunehmen. Auch gerade dann nicht, wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Hochsensibilität Ihr Thema ist oder nicht. Meist reicht ein erstes Gespräch, um grundlegende Dinge herauszufinden.

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