Ich bin weg!

 

Wenn Kinder sich überfordert fühlen, machen sie intuitiv das,

was uns Erwachsenen völlig abhandengekommen ist:

 

Sie ziehen sich zurück!

Wie genau sich Hochsensibilität ausprägt und ob sie vom Kind mehr als Geschenk oder als Belastung erlebt wird, hängt maßgeblich davon ab, wie die Familie, in welche das Kind hineingeboren wird, auf die hohe Empfindsam- und Erregbarkeit des Kindes reagiert und wie gut sie das heranwachsende Kind dabei unterstützt, damit umzugehen.

 

Zunächst zwei wichtige Tatsachen:

 

Tatsache 1:

Eltern können es sich nicht aussuchen, ob ihr Kind hochsensibel ist oder nicht. Es ist es, oder nicht!

 

Tatsache 2:

Kinder können es sich nicht aussuchen, ob sie hochsensibel sind oder nicht! Genauso wenig, wie sie sich aussuchen können, ob sie braune oder blaue oder grüne Augen haben!

Das Kind:

Manche Kinder sind bereits in vermeintlich ganz normalen Situationen völlig reizüberflutet. Das kann die Unruhe in der Schulklasse sein, der Lärm in der Turnhalle, wüst herumtobende Mitschüler auf dem Pausenhof. Die Kinder können oft gar nicht mit Worten beschreiben, was es eigentlich genau ist, was sie so beansprucht. Sie spüren ohne Worte, dass es in diesem Augenblick "zuviel" ist. In diesem Moment ist es, als würde ein Schalter umgelegt - sie schalten ab!

 

Die Außenstehenden:

Sie stellen fest, dass das Kind "vor sich hin träumt" oder "gar nicht da ist". Sprechen Sie das Kind an, dauert es oft eine Weile, bis es reagiert. "Der kann sich nicht konzentrieren!", heißt es dann. "Die nimmt nicht am Unterricht teil!", lautet oft die andere Variante.

 

Der Effekt:

Im schlimmsten Fall lachen die Mitschüler, wenn ein HSP-Kind aus seinem "abschalten" gerissen wird und verstört stotternd versucht sich zu erklären, obwohl es das eigentlich gar nicht kann. Das Kind wird schnell als "Sonderling" abgestempelt - sowohl von den Mitschülern, als auch von den Lehrern.

Dies verunsichert das Kind noch mehr, es entwickelt bald ein mangelndes Selbstwertgefühl und empfindet ein nur geringes Zugehörigkeitsgefühl.

 

Das Kind lernt:

Ich bin anders, als die anderen. Ich bin ein Looser (das bekommt es oft zu hören). Ich bin eine Mimose. Ich soll mich nicht so anstellen. Ich mache alles falsch. Ich bin falsch!

 

Im Erwachsenenalter:

HSP-Kinder, die Solches oder Ähnliches erlebt haben, bleiben in der Regel ihr Leben lang zurückhaltend, introvertiert, unentschlossen, scheu und oft auch einsam!

Die "FEHLER" der Eltern:

 

Der Fehler, den viele Eltern von hochsensiblen Kindern machen, ist in der eigentlichen Bedeutung des Wortes gar kein Fehler. Sie handeln wider besseren Wissens, denn eines darf man nicht vergessen: Bis noch vor ein paar Jahren war Hochsensibilität im deutschsprachigen Raum noch ein unbekanntes Phänomen. Eltern waren im Zweifel, ob mit ihrem eigenartig sensiblen Kind alles in Ordnung sei (und Eltern sind es heute noch, wenn sie nichts von HSP wissen). Ihr Umgang mit dem Kind war von Unwissenheit gekennzeichnet. Eine taugliche Unterstützung durch Ratgeber, Experten und Bücher gab es für diesen Fall nicht. Die Erziehung orientierte sich an seinerzeit gültigen allgemeinen Maßstäben und Richtlinien. Eltern hatten die besten Absichten und sie taten ihr Bestes, was so viel heißt wie: das Beste, was ihnen möglich war.

 

Wenn Sie jetzt selbst in der Elternrolle sind, können Sie lhr Bestes tun und sich dabei auf verfügbares Wissen stützen. Das Elternsein ist ein ständiger Lernprozess. Eltern können und werden niemals perfekt sein und brauchen es auch nicht zu sein.
Kinder verzeihen eine Menge Fehler, wenn sie spüren, dass sie geliebt werden und dass die Eltern auch bereit sind, eigenes Verhalten zu hinterfragen und zu ändern. Vor allem wollen Kinder keine Eltern, die eine definierte Rolle ausfüllen (oder sich gar dahinter verstecken), sondern Eltern, die sich als echte Menschen mit ihnen auf eine ebenbürtige Beziehung einlassen. Und Menschen haben nun mal Stärken und Schwächen und sind niemals perfekt.

 

Sind Sie als Elternteil selbst nicht hochsensibel, lohnt sich jedes Bemühen, sich in die Erlebniswelt des hochsensiblen Kindes hineinzudenken und einzufühlen. Vor allem gilt es, die Andersartigkeit - auch wenn diese für Sie oftmals ein Mysterium bleibt - zutiefst zu achten. Aus diesem Verständnis und dieser respektvollen Haltung heraus relativieren sich Probleme. Es ergeben sich, fast wie von selbst, Verhaltensweisen und Reaktionen im Umgang mit dem Kind, die seinem Hochsensibelsein und seiner Individualität Rechnung tragen und es in seiner Entfaltung unterstützen.

 

Da Hochsensibilität erblich ist, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass wenigstens ein Elternteil ebenfalls hochsensibel ist. Als hochsensibler Elternteil tun Sie sich leichter, sich in Ihr hochsensibles Kind einzufühlen und feinfühlig mit ihm umzugehen. Sie erfahren durch Ihr Kind auch viel über sich selbst und kommen darüber dazu, sich mit der eigenen Kindheit auseinanderzusetzen.
Versäumen Sie es jedoch nicht, Ihr Kind in seiner Einzigartigkeit zu sehen, und gehen Sie nicht automatisch davon aus, dass es exakt das braucht, was Sie damals als Kind gebraucht hätten. Ihr Kind hat eigene Wünsche, will seinen eigenen Weg einschlagen.

 

Und denken Sie daran: Nicht nur Ihr Kind braucht von Ihnen liebevolle Annahme und Fürsorge, auch Sie selbst!


Ihr Kind profitiert davon, wenn Sie Ihre Vergangenheit begreifen, Schmerzliches verarbeiten, inneren Frieden finden und negative eigene Kindheitserfahrungen ummünzen in Beziehungskompetenz und Lebensweisheit.

Tipp:

Hören Sie Ihrem Kind zu, wenn es über Mitschüler oder Lehrer klagt. Fassen Sie die Klagen nicht als "Aufsässigkeit" auf. Nehmen Sie Ihr Kind ernst. Dass Ihr Kind Ihnen diese oder ähnliche Dinge erzählt ist ein Vertrauensbeweis!

Allzuhäufiges: "Ach, ist doch nicht so schlimm!" oder "Stell dich nicht so an!" führt über kurz oder lang dazu, dass Ihr Kind Ihnen dieses Vertrauen entzieht, weil es eigentlich Hilfe braucht, diese aber nicht bekommt.

Dieses Vertrauen zurückzubekommen ist nur sehr sehr schwierig. Manchmal ist es für immer weg.

Meine Empfehlung:

Sie fühlen sich angesprochen, aber sind sich nicht sicher, ob ihr Kind tatsächlich hochsensibel ist?

Kontaktieren Sie mich!

Sie fühlen sich angesprochen, weil Sie vermuten, selbst hochsensibel zu sein?

Kontaktieren Sie mich!

Sie vermuten, dass Ihr Partner hochsensibel ist?

Kontaktieren Sie mich!

 

Durch Gespräche und Tests lässt sich Hochsensibilität in der Regel leicht herausfinden. Und wenn es so ist, ist es auch nicht schlimm. Gemeinsam erarbeiten wir Wege, wie Sie in Zukunft sensibler mit Ihrem Kind und sich selber umgehen können.

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